Was ist das Offene an unserem Atelier?
Nun, wir sind jeden Tag da, so ziemlich von 9 bis 20 Uhr.
In dieser Zeit können und werden viele Dinge passieren.
Vielleicht hast Du Lust, vorbeizukommen und ein Künstleratelier zu betreten, einfach so. Vielleicht möchtest Du über Deine eigenen kreativen Unternehmungen mit Leuten sprechen, die ähnlich denken und/oder neue Perspektiven einbringen können.
Möglicherweise könntest Du Werkzeuge und andere technische Mittel, die Dir sonst nicht zur Verfügung stehen (ein breites Spektrum an Künstlermaterialien, Infrastruktur, Wände, die fleckig werden können, hohe Decken, die viel natürliches Licht hereinlassen...) gut gebrauchen, oder vielleicht möchtest Du einfach nur in einem gemütlichen Raum sitzen und Deinen Kaffee genießen, während Du in unserer bescheidenen Kunstbibliothek stöberst.
Wie dem auch sei: Hereinspaziert.
Egal, was es ist.
Wir sind offen.
David Salazar Bianchi entwirft eine Auseinandersetzung mit der Mystik der Atlantiküberquerung und der komplexen Vermischung von Glaubensvorstellungen und Haltungen, die dieser Prozess impliziert. Indem er mesoamerikanische Spiritualität mit westlicher Ikonographie überlagert, schafft er eine neue visuelle Sprache, die sowohl die mayaischen Traditionen als auch den Entdeckergeist von Alexander von Humboldt ehrt.
Der Titel Antípodas verweist auf geografisch entgegengesetzte Punkte auf der Erde und fungiert als Metapher für die Anziehungspunkte zwischen zwei paradoxen Kulturen: den eigenen Wurzeln und den persönlichen Bestrebungen, dem Spannungsverhältnis zwischen dem Streben nach „Fortschritt“ und einer nostalgischen Sehnsucht nach der Natur. In seinen lichtdurchfluteten Kompositionen und heiligen Altären zollt Salazar seiner Heimat, ihren Landschaften und Traditionen Tribut. Symbole werden neu interpretiert, sodass der Betrachter die Spuren der Herkunft des Künstlers und deren Transformation in seinem Werk während seiner Reise nachfühlen kann. Salazar webt ein märchenhaftes Narrativ aus Vulkanen, Brüderlichkeit, gesegneten Kerzen, mystischen Höhlen und Ehrungen an die Vorfahren, die für ihr Land und ihre Rechte kämpften.
Begleitend zur Ausstellung findet ein Künstlergespräch statt, das sich mit Themen wie Expatriierung, Globalisierung, Neo-Kolonialismus und kultureller Aneignung auseinandersetzt. Die von Kerzenlicht erleuchtete Atmosphäre von Antípodas lädt zu intimen Gesprächen, Geständnissen, Lachen und Verletzlichkeit ein und schafft einen Raum für Reflexion und Dialog über diese dringlichen Themen.